Teil 1) Schnelljustierung

 

1. Laser in Okularauszug stecken, einschalten

2. Sekundärspiegel so justieren, daß der Laserstrahl genau die Mitte des Hautpspiegels trifft. Dazu vorher die Mitte des Hauptspiegels markieren.

3. Hauptspiegel so justieren, daß der Laserstrahl wieder genau in das Justierokular zurückfällt (an der Unterseite des Lasers nach dem Reflex suchen).

FERTIG !

Teil 2) Expertentips

 

1. Berücksichtigung des Sekundärspiegeloffsets

Die optische Achse des Hauptspiegels (also auch unser Laserstrahl) darf nicht die exakte geometrische Mitte des Sekundärspiegels treffen. Der Sekundärspiegel muß einen sogenannten Offset aufweisen.

Wie wichtig ist dieser Punkt ?

Nun, bezüglich der Abbildung des Gerätes hat die Lage des Sekundärspiegels keinen Einfluß. Das bedeutet, daß man ein komafreies Bild in dem Moment bekommt, wenn der Laser zum einen den Hauptspiegel genau in der Mitte trifft und zum anderen wieder genau in sich zurück reflektiert wird. Es ist bezüglich Komafreiheit also egal, wo der Laserstrahl den Sekundärspiegel trifft. Die Lage des Sekundärspiegels entscheidet aber über eine gleichmäßige Ausleuchtung des Bildfeldes. Im Extremfall kann z.B. der Sekundärspiegel so schlecht positioniert sein, daß nicht der gesamte Hauptspiegel zur Abbildung beiträgt. Im allgemeinen haben die Sekundärspiegel einen Durchmesser, der mindestens 10mm über dem Durchmesser des vom Hauptspiegel kommenden Strahlenkonus liegt. Der Offset liegt meist darunter. In der Bildmitte werden Sie also nicht bemerken, ob Sie den Offset berücksichtigen oder nicht. Allerdings wird in diesem Fall das Gesichtsfeld ungleichmäßig ausgeleuchtet. Das ist insbesondere für photographische Anwendungen zu berücksichtigen.

 

Nebenstehende Zeichnung erläutert, wie dieser Offset zustande kommt. Zur Verdeutlichung wurden die Effekte übertrieben dargestellt. Der Laserstrahl (dick gezeichnet) trifft in der Zeichnung genau die Mitte des Sekundärspiegels. Man erkennt, daß der vom Hauptspiegel kommende Strahlenkonus nicht mittig auf dem Sekundärspiegel auftrifft. Das kommt daher, daß der Strahlenkonus beim oberen Randstrahl durch den schräggestellten Sekundärspiegel einen größeren Durchmesser aufweist als der untere Randstrahl.

 

In der linken Zeichnung wurde der Offset nun berücksichtigt, indem der Sekundärspiegel vom Okularauszug weg geschoben wurde. Der Offset, den wir als S bezeichnen, ist also der Unterschied zwischen dem Laserstrahl und der tatsächlichen Spiegelmitte.

 

Die Größe des Offsets beträgt:

wobei F die Brennweite des Spiegels, N die kleine Achse des Diagonalspiegels und D der Durchmesser des Hauptspiegels ist.

Dieser Offset beträgt beispielsweise bei einem 305mm großem Hauptspiegel bei Blende 5 und einem 66mm großem Sekundärspiegel etwa 3mm.

Man kann den Sekundärspiegeloffset nicht richtig berücksichtigen, wenn man einfach nur den Sekundärspiegel im Tubus verschiebt. Es kommt nur darauf an, daß die Achse des Hauptspiegels (also der Laserstrahl) den Sekundärspiegel im richtigen Offset trifft.

 

 

Wie stelle ich den Offset richtig ein ?

Mit dem Laser geht die Sache ganz einfach. Man markiert den Spiegel mit einem Permanentstift nicht in der Mitte, sondern um den Betrag

von der Spiegelmitte der Längsseite entfernt. Die kommt von der 45° Stellung des Sekundärspiegels im Strahlengang. So ist ja auch die Längsseite des Sekundärspiegels um länger als die Querseite. Dabei muß die Markierung näher bei der Seite liegen, die dann auch näher am Okularauszug liegt.

 

2. Weitere häufig gestellt Fragen

Wie markiere ich den Spiegel ?

Jeder hat hier eine andere Technik, ich schlage z.B. folgende Möglichkeite vor:

Man fertigt sich mit dem Zirkel eine Schablone aus Papier an, die genau den Durchmesser des Hauptspiegels hat. Diese Schablone wird ausgeschnitten und auf den Hauptspiegel gelegt. Nun kann man durch das Einstechloch des Zirkels die Mitte markieren. Ich mache übrigens immer einen Kreis von etwa 5-10mm Durchmesser um die tatsächliche Mitte und verwende dazu Permanentstift (den bekommt man ganz leicht mit Alkohol (z.B. Spiritus) wieder ab.

 

Wie genau muß man die Mitte markieren ?

Beim Sekundärspiegel unwichtig, beim Hautpspiegel sollte das Ganze etwa auf 1mm genau stimmen. Das ganze hängt natürlich vom Öffnungsverhältnis und Durchmesser ab, eine Abweichung von 1-2mm dürfte man aber kaum beim Sterntest bemerken.

 

Wie genau muß mein Laser justiert sein ?

Eine Dejustierung der Laserdiode bemerkt man dadurch, daß der Laserpunkt beim Drehen des Lasers im Okularauszug einen Kreis auf dem Hauptspiegel beschreibt. Erstaunlicherweise ist die Justierung relativ unkritisch, machen Sie sich also keine Sorgen, wenn Sie eine Abweichung von 5mm feststellen (der Laser wurde von uns auf etwa 1/20 ° vorjustiert, das entspricht einer Abwanderung von etwa 1mm bei 1.5m Brennweite). Warum ist dieser Wert soviel unkritischer, als die Abweichung des Hauptspiegels ?

Stellen wir uns vor, der Laser würde um 1° falsch justiert sein (der Laser beschreibt beim Drehen bei f=1.5m dann einen Kreis von 52mm Durchmesser !). Nun justieren wir Sekundär- und dann anschließend Hauptspiegel wie in Teil 1 beschrieben. Was passiert ?

Das System ist auch in diesem Fall wieder exakt Komafrei justiert, da die optische Achse des Hauptspiegels wieder genau die Mitte des Bildfeldes trifft !! An der Sternabbildung wird man nichts bemerken ! Was sich geändert hat, ist die Schrägstellung des Bildfeldes, die nunmehr 1° beträgt. Visuell kein Problem, die meisten Okulare vertragen das, aber photographisch sieht die Sache schon anders aus. So ist beim KB-Format die Fokuslage in der einen Ecke schon 0.7mm anders als in der anderen Ecke, was sicherlich weit außerhalb der zulässigen Schärfentiefe liegt.

 

Wie kann ich den Laser nachjustieren ?

Unseren Laser kann man mit den 3-Punkt Justierungen wie jedes Sucherfernrohr justieren. Dazu drehe ich den Laser im Okularauszug um 180° und justiere mit den Justierschrauben den Laserstrahl die Hälfte der gemessenen Auswanderung zurück. Das wiederholt man, bis man keine Abweichung (oder nur noch eine geringe Abweichung) feststellen kann. Noch besser geht das übrigens (und so haben wir justiert) im Backenfutter einer Drehbank. Man sollte die Justierschrauben in keinem Fall zu fest anziehen, da sonst die Laserdiode beschädigt werden kann. Aufgrund von Materialnachgiebigkeit kann es nötig werden, den Laser nach ca. 1 Jahr nachzujustieren.

 

Wie weit stecke ich den Laser in den Okularauszug ?

Bei einem exakt senkrecht justierten Okularauszug wäre dieser Punkt egal, bei den meisten Fernrohren ist er es nicht. Wenn man es daher möglichst exakt machen will, sollte man den Laser soweit in den Okularauszug stecken, daß der Austritt des Lasers etwa an der Fokusposition liegt.

 

Was mache ich, wenn der Laser im Okularauszug wackelt ?

Hier gilt im Grunde genommen das gleiche wie unter der Frage "Wie genau muß der Laser justiert sein". Sie bemerken ja auch keine Abbildungsverschlechterung, wenn das Okular etwas wackelt !

Also: Wenns wackelt, einfach ignorieren. Den Laser mit der Klemmschraube klemmen und stur nach Teil 1 justieren (mit Berücksichtigung des Offsets). Sie werden überrascht feststellen, daß die Justierung dennoch stimmt.

 

Wenn nunmehr eine Frage unbeantwortet blieb, können Sie mich gerne anrufen.